Seit 15 Jahren ist der Pflegestützpunkt Rhön-Grabfeld eine zentrale Anlaufstelle für pflegebedürftige Menschen und ihre Angehörigen. Dieses Jubiläum wurde nun gemeinsam mit zahlreichen Netzwerkpartnern, Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Pflege, Gesundheitswesen sowie den beteiligten Pflegekassen und dem Bezirk Unterfranken im Kloster Wechterswinkel gefeiert.
Bereits in ihrer Begrüßung stellte Sabine Wenzel-Geier Leiterin des Pflegestützpunkts, die enge Zusammenarbeit aller Beteiligten in den Mittelpunkt. Unter dem Leitgedanken „Die besten Wege entstehen dadurch, dass man sie gemeinsam geht“ sei der Pflegestützpunkt seit seiner Gründung im Jahr 2011 weit mehr als eine Beratungsstelle. Er verstehe sich als verlässlicher Wegweiser, der Menschen in oftmals herausfordernden Lebenssituationen Orientierung gebe und gleichzeitig die zahlreichen Angebote im Landkreis miteinander vernetze. Die Jubiläumsveranstaltung sei deshalb bewusst den vielen Partnerinnen und Partnern gewidmet worden, die diese Arbeit seit Jahren mittragen.
Beratungszahlen haben sich mehr als verdreifacht
In Vertretung von Landrätin Sonja Rahm würdigte Regierungsrat Manuel Kalla die Entwicklung des Pflegestützpunkts als echte Erfolgsgeschichte. Die Beratungszahlen hätten sich von anfänglich knapp 600 auf zuletzt knapp 1.880 Beratungen im Jahr 2025 mehr als verdreifacht. Gleichzeitig arbeite das Team mit hoher fachlicher Kompetenz und großer Effizienz. Auch über die Landkreisgrenzen hinaus genieße der Pflegestützpunkt einen ausgezeichneten Ruf und werde bayernweit als innovatives Beispiel wahrgenommen. Entscheidend für diesen Erfolg seien die langjährige Erfahrung und das große Engagement der Mitarbeiterinnen.

Bildunterschrift: (Von links) Frank Dünisch (Direktor der AOK-Direktion Schweinfurt), Sabine Wenzel-Geier (Leiterin Pflegestützpunkt Rhön-Grabfeld), Markus Schäfer (Stellvertretender Direktor AOK-Direktion Schweinfurt), Natalie Weter (Bezirk Unterfranken) und Regierungsrat Manuel Kalla.
Auch Frank Dünisch, Direktor der AOK-Direktion Schweinfurt und Vertreter der Arbeitsgemeinschaft der Pflegekassen, erinnerte an die Anfänge des Projekts. Der Pflegestützpunkt Rhön-Grabfeld gehörte zu den ersten Einrichtungen dieser Art in Bayern und habe früh gezeigt, welchen Mehrwert eine trägerübergreifende Beratung für pflegebedürftige Menschen und ihre Angehörigen biete.
Heute sei der Pflegestützpunkt ein unverzichtbarer Bestandteil der regionalen Versorgungsstruktur. Besonders hob er die vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Landkreis, Pflegekassen und Bezirk Unterfranken hervor sowie die erfolgreiche Weiterentwicklung der Organisationsstruktur im vergangenen Jahr.
Erinnerung an die Anfänge
Bezirksrat Thomas Habermann, der den Bezirkstagspräsidenten vertrat und als früherer Landrat an der Gründung des Pflegestützpunkts aktiv beteiligt war, erinnerte an die damalige Entscheidung, ein solches Angebot aufzubauen. Im Mittelpunkt habe von Anfang an nicht die Frage der Finanzierung gestanden, sondern der Wunsch, pflegebedürftigen Menschen und ihren Familien professionelle und zugleich menschliche Unterstützung anzubieten.
Sein Dank galt deshalb nicht nur dem Team des Pflegestützpunkts, sondern auch den zahlreichen Angehörigen sowie den Mitarbeitenden ambulanter und stationärer Pflegeeinrichtungen, die tagtäglich einen unverzichtbaren Beitrag leisten.
Fachimpuls von Pfarrer Harald Richter
Den fachlichen Impuls der Jubiläumsfeier setzte Pfarrer Harald Richter mit seinem Vortrag „Die Würde wahren - Gratwanderung zwischen Fürsorge und Recht auf Selbstbestimmung“. Anhand zahlreicher Beispiele aus seiner langjährigen Tätigkeit als Klinikseelsorger und Supervisor beleuchtete er die ethischen Herausforderungen, denen Pflegebedürftige, Angehörige und Fachkräfte täglich begegnen.
Dabei machte er deutlich, wie wichtig es sei, zwischen Fürsorge und Selbstbestimmung die richtige Balance zu finden und den betroffenen Menschen mit Respekt, Vertrauen und Empathie zu begegnen. Vertrauen sei dabei eine wesentliche Grundlage, damit Menschen notwendige Unterstützung annehmen könnten, ohne ihre Würde als eingeschränkt zu empfinden.

Bildunterschrift: Den fachlichen Impuls bei der Jubiläumsveranstaltung gab Pfarrer Harald Richter.
Im Anschluss kamen die Gäste bei einem moderierten Netzwerkaustausch miteinander ins Gespräch. Dabei wurde einmal mehr deutlich, dass der Erfolg des Pflegestützpunkts auf einer engen Zusammenarbeit vieler Akteure beruht.
Auch künftig soll dieses starke Netzwerk dazu beitragen, pflegebedürftigen Menschen und ihren Angehörigen wohnortnah Orientierung, Beratung und Unterstützung zu bieten.

Bildunterschrift: Vertreterinnen und Vertreter aus den unterschiedlichsten Bereichen waren der Einladung zum Jubiläum des Pflegestützpunkts Rhön-Grabfeld gefolgt.
